Leistbares Wohnen

Wohnen ist ein Grundbedürfnis der Menschen. Deshalb ist es der SPÖ-Mariahilf ein Anliegen, dass Wohnen leistbar bleibt. Es darf nicht zur sozialen Frage werden, ob man sich einen Umzug leisten kann. 

Heute treten wieder Erscheinungen auf, die alle Alarmglocken läuten lassen müssen: Die Mieten neu vermieteter Wohnungen steigen doppelt bis dreifach so schnell wie der Verbrau-cherpreisindex, befristete Mietverträge führen dazu, dass knapp zehn Prozent der Bevölkerung jedes Jahr innerhalb Wiens neuen Wohnraum finden müssen, Kettenbefristungen und absurde Maklergebühren erhöhen die Wohnkosten, Massenquartiere werden durch die Hintertür wieder zu einem Geschäftsmodell gewissensloser Hausbesitzer und Geschäftemacher.

Gegen die Spekulation mit Wohnraum haben die SPÖ-Mariahilf und die Grünen-Mariahilf eine gemeinsame Resolution im Bezirksparlament eingebracht, die sich für eine aktive Wohnpolitik im Interesse der Menschen in dieser Stadt, die Wuchermieten, unseriöse Geschäftsmodelle und Wohnverhältnisse des Frühkapitalismus verunmöglicht, ausspricht.



„Es darf nicht die Gewinnmaximierung im Vordergrund stehen, sondern das Schaffen von leistbarem Wohnraum. Denn Wohnen ist ein Grundwert und muss im Sinne der Menschen in unserer Stadt und unserem Bezirk geschützt werden.“, unterstützt Klubvorsitzender Gottfried W. Sommer die Resolution.

Der Text der Resolution im Wortlaut

Die Bezirksvertretung Mariahilf spricht sich gegen Spekulation mit Wohnraum und jegliche Art von unseriöser Geschäftemacherei mit dem Grundbedürfnis Wohnen aus.

Begründung

Wien ist die Wiege des sozialen Wohnbaus: Aufbauend auf Erfahrungen der Entwicklung Wiens zur europäischen Großstadt Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde Wien in der ersten Republik zur ersten Stadt Europas, die mit öffentlichen Wohnbauprogram-men sowohl der quantitativen als auch der qualitativen Wohnungsnot entgegentrat: Mit dem Mietengesetz 1922, Änderungen der Baubestimmungen und einem öffentlichen Investitions-programm wurde Wohnen nicht nur für die Menschen leistbar, auch die Ausstattung der Wohnungen wurde wesentlich verbessert. Erscheinungen wie Elendsquartiere, Wohnungen ohne Wasser, sogenanntes Bettgehertum (bei dem sich mehrere Personen Betten teilen mussten) konnten zurückgedrängt und schließlich abgeschafft werden.

Heute treten wieder Erscheinungen auf, die alle Alarmglocken läuten lassen müssen: Die Mieten neu vermieteter Wohnungen steigen doppelt bis dreifach so schnell wie der Verbrau-cherpreisindex, befristete Mietverträge führen dazu, dass knapp zehn Prozent der Bevölkerung jedes Jahr innerhalb Wiens neuen Wohnraum finden müssen, Kettenbefristungen und absurde Maklergebühren erhöhen die Wohnkosten, Massenquartiere werden durch die Hintertür wieder zu einem Geschäftsmodell gewissensloser Hausbesitzer und Geschäftemacher.

Der Versuch, mit Wohnboxen, also Mini-Schlafstellen im Souterrainbereich von Wohnhäusern, Geld zu machen, erscheint als ein Gipfelpunkt dieser Entwicklung. Es reicht jedoch nicht allein, unseriöse Geschäftspraktiken aufzudecken und ihnen nach erfolgtem Versuch einen Riegel vorzuschieben. Es bedarf einer aktiven Wohnpolitik im Interessen der Menschen in dieser Stadt, die Wuchermieten, unseriöse Geschäftsmodelle und Wohnverhältnisse des Frühkapitalismus von Vorne herein verunmöglicht.

Wien muss weiter Weltspitze sein – für die BewohnerInnen, und nicht für unseriöse Geschäftspraktiken.

DER ANTRAG WURDE IN DER SITZUNG VOM 14.12.2017 ANGENOMMEN.